Im westlichsten Zipfel der britischen Insel bemüht man sich um die Verminderung des Ausstoßes von Kohlendioxid und die Nutzung regenerativer Energien.
Eindrücke von einer Erkundungsmission Juli/August 2007
Von Roland Schnell,
schnell@fnbb.org
1. Vorsitzender der
Fördergesellschaft für nachhaltige Biogas und Bioenergienutzung e.V. (FnBB)
Cornwall, als der westlichste Zipfel der britischen Insel, ist die sagenumwobene Heimat von König Artus und dem Zauberer Merlin. Das angenehme Klima und die sandigen Strände unter den steilen Klippen haben es zu einem beliebten Feriengebiet werden lassen. Mit jährlich 5 Millionen Feriengästen liegt es in der Rangfolge der meistbesuchten Reiseziele direkt hinter der Hauptstadt London. Allerdings konzentriert sich Rummel des Massentourismus auf wenige Orte an der Küste, wie Lands End oder Newquay, sowie auf ausgewählte Gärten und Herrenhäuser.
Die Weite der sanft gewellte Landschaft ist nach wie vor von der Landwirtschaft geprägt. Typisch sind die von mannshohen Granitmauern und Hecken umsäumten Flurstücke, die als Weiden und Ackerland genutzt werden. Über das Land verstreut liegen die eher kleinen Bauernhöfe abseits der Siedlungen.

Typische Landschaft in der Nähe von St. Austell
Mit Stolz macht selbst die bescheidene Dorfkneipe (Pub) den Gast darauf aufmerksam, daß frische Zutaten aus der Region verwendet werden: Milchprodukte, wie Clotted Cream und Käse, Rindfleisch oder auch fangfrischer Fisch und Schalentiere aus dem immer nahen Meer. Eine Botschaft, die sogar bei den allgegenwärtigen „Fish&Chips", dem britischen Äquivalent der deutschen Pommesbude, angekommen ist. Richtiggehend zelebriert wird die lokale und regionale Küche aber von der Edelgastronomie, die erfolgreich daran arbeitet, den miserablen Ruf von englischen Essen in die Biotonne der Geschichte zu verbannen. Auch Bioprodukte (organic food) haben ihren festen Platz auf dem Speisezettel und sind im Supermarkt zu bekommen.Vegetarier und Veganer werden nicht als kuriose Randerscheinung betrachtet, sondern auf Speisekarte und bei der Warenauszeichnung berücksichtigt.

Weil das Meer immer in der Nähe ist, gibt es auch am Imbisßwagen stets frischen Fisch.
Der auch in Deutschland bekannte Fernsehkoch Jamie Oliver hat bei Newquay ein Restaurant aufgemacht, das bei Feinschmeckern bereits ein Begriff ist. Der international bekannte Spitzenkoch Rick Stein sagt: „Die besten Produkte findet man nur wenige Meter abseits der ausgetretenen Pfade. Es ist denkbar einfach, hier Lebensmittel aufzuspüren, die im kleinen und eher traditionellen Stil erzeugt wurden: Von Fleischarten seltener heimischer Rassen, die von familieneigenen Bauernhöfen stammen, bis zu alten Obst- und Gemüsesorten von kleinen Biobauern und schmackhaften Käsesorten wie etwa Yarg und St. Endellion.“ Letztere sind außerhalb der Grenzen Cornwalls kaum ein Begriff.
Wie man mit dem Landleben die Touristen begeistern kann, zeigt die „Cornish Cider Farm" in der Nähe des Badeorts Newquay. An der Produktionsstätte des leicht vergorenen Apfelmost der lokalen Marken „Rattler“ und „Scrumpy“ kann man einen Blick auf verschiedene Zweige der Landwirtschaft werfen. Kinder sind im Streichelzoo bei Ziegen und Kaninchen gut aufgehoben während sich die Eltern die Apfel-Presse, die Abfüllanlage, die Brennerei oder die Marmeladeherstellung ansehen.
Cider fließt in Cornwall an jeder Theke neben Ale und Lager aus dem Hahn und ist eine erfrischende, alkohlarme Alternative zu Wein. Mittlerweile ist er wieder so beliebt, daß der Rohstoff knapp wird. Die „Cornish Orchards“ in der Westnorth Manor Farm haben schon 15 acres (ca. 6 ha) Apfelwiesen mit 1000 Bäumen im Westen Cornwalls unter Vertrag, wo die Äpfel schonend mit der Hand gepflückt werden. Da das längst nicht mehr reicht, hat Andy Atkinson im Juni 2006 seine Kollegen gebeten, ihm Obstgärten mit mehr als zwei Bäumen zu nennen. Die Besitzer werden bei der Pflege der Bäume unterstützt und erhalten einen Anteil vom Gewinn.
Bauernmärkte, auf denen Farmer ihre Produkte direkt verkaufen, gibt es in allen größeren Ortschaften und die aktuelle Liste kann mit den Öffnungszeiten im Internet abgerufen werden (zb. bei www.foodfromcornwall.co.uk/showfairs.php oder im „Schlemmerführer“, der bei www.cornwall-devon.de kostenlos bestellt werden kann).

Bauern verkaufen ihre frisches Gemüse und Obst auf dem Markt.

Selbstbedienung bei der Bosullow-Farm an der Landstraße (Obst, Gemüse und Blumen). Das Geld kommt in einen einbetonierten Topf links unten.
Clevere Farmer haben ständige Verkaufstellen neben Touristenattraktionen eingerichtet. So liegt etwa „Lobbs Farm Shop“ direkt nebem dem Eingang der „Lost Gardens of Heligan“ (http://www.heligan.com) südlich von St. Austell, wo fast jede organiserte Busreise vorbeiführt. Hier werden Fleisch, Käse, Gemüse und Obst von Produzenten aus der Regione angeboten. Zum Beispiel von den Weiden und Ackern der „Kestle Farm“ auf die der Blick aus dem großen Panoramafenster fällt. Auf Schautafeln und mit Handzetteln darüber informiert, wie es um die Farm steht und was gerade zu tun ist. So erfahren die Besucher, daß man im Frühjahr 2007 davon abgekommen ist, so viel Weizen und Gerste wie möglich anzubauen und sich wieder auf ein traditionelles System besonnen hat. Nun wird Gras für das Vieh erzeugt, dessen Dung die zugekauften Düngemittel ersetzt. Gruppen, vor allem Schüler und Studenten, können an einer kostenlosen Führung teilnehmen, was vom Landwirtschaftsministerium im Rahmen des „Higher Level Countryside Stewardship scheme“ gefördert wird. Andere sind mit 3 £ dabei.

Selbst die Supermarkt-kette coop wirbt direkt an der Kasse für das Programm „from farm to fork“, bei dem Kinder die Landwirtschaft hautnah erleben sollen.

Der Blick aus dem Panoramafenster von „Lobbs Farm Shop auf die Äcker und Weiden, von denen die angebotenen Produkte stammen.
Das „Eden-Project“ (www.edenproject.com) gibt an, daß allein hier mit regionalen Produkten jährlich 10 Millionen ₤ (ca. 16 Millionen €) umgesetzt werden. Die Auswahl der Lieferanten wird durch die Kriterien: „Quality, Price, Seasonality and Cornishness“ bestimmt. Die Produkte sollen für das stehen, was das Eden-Projekt ausmacht: Dinge anders zu machen und beispielsweise zu zeigen, daß es bessere Produkte unter Berücksichtung hoher Umweltstandards geben kann, die sogar noch aus der näheren Umbebung stammen.
Die Erfolgsgeschichte bei Nahrungsmitteln wird durch die wenig erquickliche Energiebilanz getrübt. Bis auf einen vernachlässigbaren Anteil kommt die Energie aus anderen Teilen Englands (Erdgas, Strom) oder der Welt (Kraftstoffe). Der Strom kommt dabei von dem mehr als 300 km entfernten Atomkraftwerk in Hinkley, das 2020 abgeschaltet werden soll. Der Bau eines Reaktors in der Nähe von St. Austell wurde abgelehnt.
Dabei hätte Cornwall einen Überfluß an erneuerbaren Energiequellen zu bieten. Es sei mehr als jeder andere Teil des Vereingten Königreichs sagt Gage Williams in seiner Stude „Carbon Free Cornwall“ und verweist auf ungenutzte Potenziale bei On- und Offshore-Windkraft, Wellenkraftwerke, Biomasse und Geothermie. So gäbe es durch den Niedergang der Fischerei ungenutzte Hafenanlagen, in denen die landseitige Infrastruktur für die Vormontage von Off-shore Wind- und Wellenkraftwerken angesiedelt werden könne.
Eine Statisitk der „Cornwall Sustainable Energy Partnership“ (CNEP) vom Frühjahr 2007 weist bei Windkraft eine installierte Leistung von 41,3 MW aus und nennt die Nutzung von Deponiegas mit 11,4 MW als zweiten größeren Bereich. Mit allen anderen Energieformen (Photovoltaik, Wasserkraft, Klärgas) summiert sich das auf 54 MW elektrisch oder ca. 1/6 des Stromverbrauchs, der mit 305 MW angegeben wird. Mit knapp 7 MW steht auch die Nutzung von Wärme noch ganz am Anfang, wobei Biomasse mit 4,44 MW den größten Anteil hat.
Der Verkehr wird auch in Cornwall als zentrales Aktionsfeld angesehen. Touristen reisen überwiegend mit dem eigenen Auto an, obwohl es ein akzeptables, aber schwer durchschaubares System des öffentlichen Nahverkehrs mit Bussen und Eisenbahnen gibt. Tageskarten, wie das „Ride Cornwall“ gibt für 12 ₤ freie Fahrt auf allen Verkehrsmitteln aller Verkehrsgesellschaften. Viele Touristenattraktionen sind bequem mit Linienbussen zu erreichen.
Mit dem ungehemmten Verschleudern importierter Energieträger soll perspektivisch Schluß gemacht werden. Dabei spielt sicher auch eine Rolle, daß dafür jährlich ungefähr 600 Millionen £ aufgewandt werden, die zu 98% an der regionalen Wirtschaft vorbeifließen.

Nicky Garge (Cornwall Agricultural Council) begleitete den Autor Roland Schnell zum Sitz der „Cornwall Sustainable Energy Partnership“
Die „Cornwall Sustainable Energy Partnership“ (CNEP) hat 2004 ein Strategiepapier vorgelegt, das einen realistischen Weg beschreibt, wie bis 2020 der Ausstoß von Kohlendioxid durch eine Senkung des Energieverbrauchs und die Nutzung Erneuerbarer Energien um 20% gesenkt werden soll. Die CNEP war 2001 von mehr als 40 Organisationen, darunter auch staatliche Stellen der Regionalverwaltung, Universitäten und Umweltverbänden gegründet worden. Inzwischen sind es, wie sein Direktor Tim German erläuterte, über 70 Mitglieder geworden. Die Geschäftsstelle befindet sich im „Tolvaddon Energy Park“ in einem Stadtteil von Camborne, wo die Spuren der einst florierenden Zinnminen unübersehbar sind. Auf dem ehemaligen Industriegelände soll neues, zukunftsweisendes Gewerbe angesiedelt werden.
Ganz in der Nähe und in Nachbarschaft zum „Cornwall College“ (Bushaltestelle) hat gerade der „Cornwall Agricultural Council“, ebenfalls Mitglied von CNEP in einer ehemaligen Waschkaue der Bergleute sein neues Büro bezogen.
Die Biomasse hat in ihren vielfältigen Erscheinungsformen einen festen Platz in der Strategie des CNEP, darf aber in ihrer Bedeutung nicht überbewertet werden. Die großen und kurzfristig erschließbaren Potenziale liegen ganz klar bei der Windkraft. Hier sind die Bedingungen an der Westküste relativ günstig, aber es gibt Bedenken, daß das gewohnte Bild der Landschaft darunter leiden könnte. Das wäre wiederum dem Tourismus abträglich. Weniger auffällig und gleichzeitig sehr ertragsstark wären Off-shore-Anlagen. Neben dem Wind soll die Kraft der Wellen angezapt werden. In 10 Meilen Abstand von der Küste ist eine Demonstrationsanlage im 50 m tiefen Wasser geplant, die über ein Kabel durch die Bucht von St. Ives in Hayle in das öffentliche Netz einspeisen kann.
Demgegenüber nehmen sich die Projekte zur Nutzung von Biomasse eher bescheiden aus. Das Eden-Projekt hat mit seinen futuristischen Gewächshäusern, in denen sich tropische Biotope entwickeln, einen hohen Wärmebedarf und setzt Erdgas ein. Anfang 2006 wurde ein 300 kW-Biomasse-Kessel in Betrieb genommen, der etwa die Hälfte des Wärmebedarfs deckt und damit den Ausstoß an Kohlendixoid von 1000 t im Jahr halbiert. Chris Hines, der Verantwortliche für Nachhaltigkeit im Eden-Projekt, sagte dazu: „Der Brennstoff, Holz und Miscanthus, soll aus einem Umkreis von maximal 20 km kommen“. Für die Küchenabfälle, die bei über eine Million Besuchern im Jahr in großen Mengen anfallen, wurde allerdings 2005 ein schwedischer Komposters installiert, dessen Reste wieder in den Gewächshäusern eingesetzt werden.
Der Gartenbau-Betrieb „Kernock-Plants“ in der Nähe von Saltash hat sich eine zentrale Heizungsanlage für 3 MW zugelegt, die ein Dutzend kleiner Öfen neben den einzelnen Gewächshäusern ersetzt. Seit Anfang 2007 werden Restholz, Sägemehl und andere Abfälle aus der Holzverarbeitung genutzt, wobei 2.000 t/a Biomasse 600.000 l Heizöl ersetzen.
Der Landwirt James Mutton hingegen betreibt seinen 50 kW-Kessel mit Miscanthus aus eigenem Anbau. Wenn in Cornwall von „Energy Crops“ die Rede ist, dann sind in der Regel Holz und Miscanthus gemeint. Getreide oder Silage, wie vor allem in Deutschland, spielen in den Überlegungen bisher kaum eine Rolle, obwohl Silage als Futter in großem Stil produziert wird.
Die Landwirten verfolgen aufmerksam, wohin in Europa und weltweit die Entwicklung gehen könnte. Die Botschaft, daß sich die Bauern wegen der Überproduktion von den Nahrungsmitteln abwenden und sich neuen Betätigungsfelder, zum Beispiel als Lieferant von Energiepflanzen zuwenden sollten, ist schon angekommen.
Allein der Biomasse-Kessel des Eden-Projekts hat Waldbesitzern klargemacht, daß ihr bisher unverkäufliches Holz wieder einen Wertstoff darstellen kann. Tim German (CSEP) sieht das so: „Das ist das typische Henne-Ei-Problem. Ohne Nachfrage gibt es kein Angebot und umgekehrt.“ und deshalb macht er sich für Demonstrationsprojekte stark, die im Betrieben der Land- und Forstwirtschaft oder des Gartenbaus beispielhaft zeigen, was machbar ist.
Der „Cornwall Agricultural Council (CAC)“ beschäftigt sich seit längerem, aber zur Zeit noch rein theoretisch, mit Biogas. Cornwalls Farmern, wurde kurz hinter der Grenze zu Devon vor einigen Jahren die Biogasanlage Holsworthy vor die Nase gesetzt, eine von kaum einem Dutzend Referenzanlagen in England, Schottland und Wales. Unverkennbar ein typisches „farmatic“-Project: Von Anfang an viel zu groß und viel zu teuer geplant, aufgrund der abenteuerlichen Finanzierung dann Pleite gegangen und jetzt von einem Recycling-Unternehmen übernommen. „Diese Technik paßt nicht in die Landschaft von Cornwall“ meint Nicky Garge, die beim CAC diesen Bereich betreut und im Juli 2007 eine Studienreise mit einem Dutzend Farmer nach Süddeutschland organisiert hatte. Das Interesse konzentriert sich auf kleinere, hofeigene Biogasanlagen als ideale Ergänzung zur Milchwirtschaft. „Unsere Betriebe sind mit meist nur etwas mehr als 100 Kühen verhältnismäßig klein“ erläuterte ihre Kollegin Jackie George „und die Nutzung der Wärme ist schwierig, weil sie außer der Ortschaften liegen. Aber es ist ein wichtiges Thema für Cornwall“ Zentrale Großanlagen kommen schon deswegen nicht in Frage, weil auf den engen, von Mauern und Hecken begrenzten Landstraßen schon Pkw oder Kleintransporter Probleme haben und schwere Tankfahrzeuge zum Einsammeln der Gülle schlicht nicht durchkommen.

Silage als Futter sind ein vertrauter Anblick in Cornwalls Landschaft, die durch eingegrenzte Flurstücke und abgelegene Gehöfte gekennzeichnet ist.
Zum Kristallisationspunkt für die Biogas-Aktivitäten in Cornwall könnte „Pawton Dairy“ bei Wadebrigde werden, eine der größeren Farmen mit etwa 1000 Milchkühen. Beim Neubau des Stalls 2004 war ein System zur Abwasserreinigung mit einem belüfteten Teich gewählt worden, das aber wegen falscher Dimensionierung zu Geruchsproblemen führt und schon die Umweltbehörde auf den Plan gerufen hat. Eine Arbeitsgruppe des CAC, die sich als Folge einer Konferenz mit dem Titel „Cornwall Farming and Sustainable Energy Conference“ im Oktober 2006 konstituert hat, informiert sich über den Stand der Biogas-Technik, macht Studienreisen und kümmert sich um Zuschüsse. Neben diversen Förderprogrammen der Regierung können auch bis zu 500.000 ₤ aus den Einnahmen einer Lotterie (www.biglotteryfund.co.org) für Erneuerbare Energien beantragt werden.
Frische, qualitativ hochwertige Lebenmittel direkt vom Bauern und systematische Nutzung der dabei entstehenden Reststoffe könnte der Königsweg für eine nachhaltige Nutzung von Biomasse in Cornwall sein. Dafür laufend neue Ideen und Konzepte ausgebrütet. So fallen bei der Zubereitung der geliebten „Fisch and Chips“ respektable Mengen von Frittenfett an, das in Biodiesel umgewandelt, einen klimaneutralen Betrieb der zahlreichen Fähren und Ausflugsboote ermöglichen könnte. Die robusten Schiffsdiesel sind weniger anspruchsvoll bei der Qualität des Treibstoffs als hochgezüchtete Straßenfahrzeuge.
In der Strategie der „Cornwall Sustainable Energy Partnership“ ist der Begriff „Biomasse“ entsprechend dem Entwurf „PPS22 Renewable Energy“ der britischen Regierung sehr breit gefaßt; „Biomasse ist die biologisch abbaubare Anteil von Produkten, Abfällen und Rückständen aus Landwirtschaft (einschließlich pflanzlicher und tierischer Materialien), Waldwirtschaft und damit verbundenen Industriezweigen, sowie der biologische abbaubare Anteil von Industrie und Siedlungsabfall (eigene Übersetzung – im Orginal “Biomass is the biodegradable fraction of products, waste and residues from agriculture {including plant and animal substances}, forestry and related industries, as well as the biodegradable fraction of industrial and municipal waste)
Damit richtet sich das Interesse auch auf die energetische Verwertung von Haus- und Gewerbemüll, wobei die konventionelle Müllverbrennung abgeleht und Verfahren wie anaerobe Vergärung und Vergasung mit Kraft-Wärme-Kopplung in kleinen, dezentralen Anlagen der Vorzug gegeben wird. Ob die Strategie in diesem Segment greifen kann, wird sich zeigen. Die Regionalbehörde ist dabei, die Hausmüllentsorgung langfristig an die französische Firma „SITA“ zu vergeben.
Cornwall als Schaufenster für nachhaltige Entwicklung
Die abgeschiedene Lage Cornwalls ohne direkte Nachbarn und der sprichwörtliche Eigensinn seiner Einwohner könnten es ermöglichen, daß man nicht den Modetrends bei den erneuerbaren Energien aufsitzt, die oft nur schnelles Geld bringen sollen, sondern das bewahrt und pflegt, was in guten Tradition wurzelt und im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung wieder in Wert gesetzt werden müßte. Als Zinnlieferant der Bronzezeit war Cornwall in den globalen Handel eingebunden und die Gastfreundlichkeit der Bewohner wurde gerühmt. Im 18. Jahrhundert, als der Bergbau mit den technischen Mitteln des Industriezeitalters betrieben wurde, stand Cornwall mit an der vordersten Front der Entwicklung. Schon 1801 hat Richard Trevithick, Cornwalls bedeutendster Ingeneur und Konstrukteur, in Camborne den „Puffing Devil“ als Dampfmaschine auf Rädern auf die Straße geschickt. Lange Zeit waren Firmen aus der Region führend beim Bau von Dampfmaschinen und bei Anlagen für Bergbau und Erzaufbereitung. Davon zeugen zahllose technische Denkmale, die wieder liebevoll restauriert und für die Besucher geöffnet werden.
Auch Wasser- und Windkraft wurde ausgiebig genutzt. Ein besonderer Typ von Wassermühle, die vom unterschiedlichen Wasserstand bei Ebbe und Flut angetrieben wurde, steht in der Nähe von Looe an dem bei Wanderern beliebten Küstenpfad, der perfekt ausgeschildert rund um Cornwall führt.
Erneuerbare Energie in Cornwall ist sicher nicht das Terrain für den Investor, der sich nur für Megaprojekten interessiert, aber es könnte ein interessantes Feld für den Mittelstand und angepaßte Technologien sein.
South Crofty House
Tolvaddon Energy Park
Camborne TR14 0HX
The Energy Strategy for Cornwall
Download als PDF: www.csep.co.uk/downloads/strategy_web_copy_no_sigs.pdf
www.cornwallac.org
www.lobbsfarmshop.com
ww.thecornishciderfarm.co.uk
Penhallow, Truro TR4 9LW
Bodelva, St.Austell, PL24 2SG
www.foodfromcornwall.co.uk/showfairs.php
Alleiniger Hersteller des preisgekrönten kornischen Yarg und anderer handgefertigter Bauernkäse.
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http://www.communities.gov.uk/index.asp?id=1143909
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